"Bei der orofazialen Regulationstherapie nach Castillo-Morales soll die Koordination der
Mundmotorik im Zusammenspiel mit den übrigen Organsystemen des Körpers verbessert
werden. Die physiologischen Abläufe von Saugen, Beissen, Kauen und Schlucken werden
dabei stimuliert durch spezifische Techniken der sensorischen Stimulation wie z. B. Berühren,
Streichen, Zug, Druck, Vibration der mimischen Muskulatur und der Zungenbeinmuskulatur
sowie durch Massage von Zahnfleisch und Gaumen oder Einsatz von technischen
Hilfsmitteln. Die Basis bildet dabei eine ausreichende Kopf- und Körperhaltungskontrolle, die
zunächst erarbeitet werden muss.
[...]
Es wird eine Vielzahl von Krankheitsbildern oder Symptomenkomplexen angegeben, bei
denen die Behandlung erfolgen sollte: Säuglinge mit Saug- und Schluckstörungen;
Mundmotorische Störungen bei M. Down, Pierre-Robin Sequenz oder bei zerebralen
Bewegungsstöungen, Lippen-Kiefer-Gaumenspalten oder nach Operationen im
Gesichtsbereich, Facialisparese, insuffizienter Mundschluß mit geringer
Speichelflußkontrolle, Artikulationsstörungen und Dysphonie oder präventive Behandlung bei
Frühgeborenen."

(Aus der Stellungnahme der Gesellschaft für Neuropädiatrie (Kurzfassung) zur "Orofazialen Regulationstherapie nach Castillo Morales")